
Die faszinierende Geschichte der Prager Burg
Gargi Mallik
·6 min read
Die Prager Burg, deren Ursprünge bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen, ist eine der ältesten Burgen Europas und war ein entscheidender Teil der Stadtgeschichte.
Dieses Schloss hat viele Herausforderungen und Rückschläge erlebt, von Kriegszerstörungen über Brände, Angriffe und Raubüberfälle bis hin zu vielem mehr.
Heute werden wir erfahren, wie dieses Schloss trotz vieler Rückschläge zu einer der beliebtesten Attraktionen des Landes wurde.
Dieser Artikel ist ein ausführlicher Leitfaden zur Geschichte der Prager Burg und behandelt alles von ihrer Errichtung und Umgestaltung bis hin zu den Gründen für ihre Popularität.
Zeitleiste der Geschichte der Prager Burg
9. Jahrhundert: Fürst Bořivoj erbaute die Marienkirche und legte damit den Grundstein für die Prager Burg.
10. Jahrhundert: Die Basilika des Heiligen Georg und die Basilika des Heiligen Veits wurden erbaut, und das Schloss entwickelte sich zu einer wichtigen Bildungs- und Kulturinstitution.
14. Jahrhundert: Kaiser Karl IV. begann mit dem Bau des Veitsdoms im gotischen Stil.
16. Jahrhundert: Die Prager Burg wurde unter der Habsburger Dynastie zum Machtzentrum und erfuhr Renaissance-Renovierungen.
17. Jahrhundert: Das Schloss erlitt im Dreißigjährigen Krieg schwere Schäden und wurde unter Kaiser Ferdinand II. im Barockstil umgebaut.
1918: Das Schloss wurde zum Sitz des Präsidenten der Tschechoslowakei und symbolisierte damit die Unabhängigkeit des Landes.
1929: Der Bau des Veitsdoms wurde nach sechs Jahrhunderten abgeschlossen.
1992: Die Prager Burg wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
2024: Die Restaurierungsarbeiten am Schloss werden fortgesetzt und es begeistert die Besucher mit seiner atemberaubenden Architektur.
Geschichte der Gründung der Prager Burg

Auf der Grundlage zahlreicher antiker schriftlicher Quellen und einiger archäologischer Forschungen geht man davon aus, dass die Prager Burg um das Jahr 880 von Fürst Bořivoj gegründet wurde.
Borivoj gehörte der Dynastie der Přemysliden an und war der erste historisch belegte Herzog Böhmens.
Er und seine Söhne verlegten ihren Wohnsitz auf den Berg Hradschan und legten den Grundstein für das erste ummauerte Gebäude der Burg, die Kirche der Jungfrau Maria.
Nach Brivojs Tod gründete sein Sohn Vratislaus I. in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts die beiden anderen Kirchen, die Basilika des Heiligen Georg und die Basilika des Heiligen Veits.
Infolgedessen erlangte die Burg im 10. Jahrhundert sowohl als Sitz des Staatsoberhauptes als auch als Sitz des höchsten Vertreters der Kirche, des Bischofs, Bedeutung.
Seit dem 11. Jahrhundert ist die St.-Veits-Basilika die Hauptkathedrale der Prager Burg und beherbergt die Reliquien der Schutzheiligen Vitus, Wenzel und Adalbert.
Im 12. Jahrhundert wurde neben der St.-Georgs-Kirche ein Palast errichtet.
Goldenes Zeitalter: Transformation zum gotischen Stil
Im 14. Jahrhundert, während der Herrschaft Karls IV., erfuhr die Prager Burg bedeutende Veränderungen.
Der Königspalast wurde im gotischen Stil wiederaufgebaut, und die Burgbefestigungen wurden zur Erhöhung der Stabilität verstärkt.
Besonders bemerkenswert ist, dass der Bau einer prächtigen Kirche St. Vitus im gotischen Stil (die wir heute sehen) begann und die vorherige Kirche ersetzte, deren Fertigstellung fast sechs Jahrhunderte gedauert hatte.
Die Ära Karls IV. war eine Blütezeit für die Prager Burg, da sie zur kaiserlichen Residenz und zum Sitz des Herrschers des Heiligen Römischen Reiches wurde.
Diese Periode wird oft als das Goldene Zeitalter bezeichnet.
Nach Karl IV., während der Herrschaft seines Sohnes Wenzel IV., war die Burg aufgrund der Hussitenkriege Herausforderungen ausgesetzt, was zum Verfall der Gebäude führte.
Nach 1483 begann die Erneuerung, und auf der Nordseite wurden Wehrtürme wie der Pulverturm, der Neue Weiße Turm und Daliborka errichtet.
Der Wiederaufbau und die Erweiterung des Königspalastes wurden durchgeführt.
Eine bemerkenswerte Leistung war der Bau der Vladislav-Halle, die zu jener Zeit die größte profane Gewölbehalle Europas war.
Die großen Fenster des Saals gelten auch als eines der frühen Beispiele des Renaissancestils in Böhmen.
Nach Abschluss der Bauarbeiten brach 1541 ein Großbrand aus, der große Teile der Burg zerstörte.
Wiederaufbau der Prager Burg

Im 16. Jahrhundert begannen die Könige der Habsburger Dynastie mit dem Wiederaufbau der Burg.
Sie fügten den Königlichen Garten hinzu, der Bauwerke wie den Sommerpalast, der alsEingang zur Prager Burg dient, die Ballspielhalle und den Löwenhof umfasst.
Anschließend spielte Rudolf II. im späten 16. Jahrhundert eine entscheidende Rolle in der Geschichte des Schlosses.
Er machte die Prager Burg zu seinem ständigen Wohnsitz und machte sie zum prunkvollen Zentrum des Reiches.
Während seiner Amtszeit wurde der Nordflügel, einschließlich des Spanischen Saals, errichtet, um Rudolphs umfangreiche Kunst- und Wissenschaftssammlungen unterzubringen.
Das 17. Jahrhundert brachte jedoch einige Herausforderungen mit sich. Im Jahr 1618 führte ein dramatisches Ereignis, der sogenannte Fenstersturz, zum Dreißigjährigen Krieg.
Defenestration bedeutet, aus dem Fenster geworfen zu werden, und zwei katholische Statthalter wurden aus einem Fenster der Burg geworfen, was einen großen Konflikt auslöste.
Die Burg wurde beschädigt und geplündert. Sie blieb nicht länger Machtzentrum und wurde von den Königen nur selten genutzt.
Im 18. Jahrhundert vollendete Kaiserin Maria Theresia die letzten großen Umbauarbeiten, doch da Wien die Hauptstadt war, wurde die Prager Burg weiterhin vernachlässigt.
Später, im Jahr 1848, übertrug Ferdinand I. den Thron an seinen Neffen und machte die Prager Burg zu seinem Wohnsitz.
Er restaurierte auch verschiedene Teile der Burg, darunter den Veitsdom.
Sitz des Präsidenten
Im Jahr 1918 wurde die Prager Burg nach der Gründung der unabhängigen Tschechoslowakischen Republik erneut zum Sitz des Staatsoberhauptes.
Die von Kaiser Karl IV. begonnenen Arbeiten am Veitsdom wurden jedoch erst 1929 abgeschlossen.
Später, im Jahr 1992, wurde die Prager Burg zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Auch heute noch dauern die Rekonstruktions- und Umbauarbeiten im Schloss an.
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Häufig gestellte Fragen
1. Warum ist die Prager Burg so berühmt?
Die Prager Burg ist berühmt für ihre historische Bedeutung, ihre architektonische Schönheit und ihre Rolle als Symbol der tschechischen Geschichte und des tschechischen Königshauses. Sie war Sitz der Macht verschiedener Herrscher und beherbergt ikonische Bauwerke wie den Veitsdom und den Königspalast.
2. Wer herrschte auf der Prager Burg?
Historisch gesehen regierten verschiedene Monarchen und Kaiser über die Prager Burg. Zu ihnen gehörten unter anderem Vratislaus I., sein Sohn, der heilige Wenzel, Kaiser Karl IV. und Ferdinand I.
3. Wer war der Architekt der Prager Burg?
Nicht nur ein, sondern viele Architekten spielten eine entscheidende Rolle beim Bau. Architekt Petr Parléř gab dem Gebäude den spätgotischen Stil, und Architekt Josip Plecnik wurde 1920 mit den notwendigen Umbauten beauftragt.
4. Wie alt ist die Prager Burg?
Die Prager Burg ist über 1000 Jahre alt und damit die größte antike Burg der Welt. Ihre reiche Geschichte reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück.
5. Welche Geschichte hat die Architektur der Prager Burg?
Die Architektur der Prager Burg vereint verschiedene Stile, darunter Romanik, Gotik, Renaissance und Barock. Ihr Bau begann im 9. Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit durch die Beiträge verschiedener Herrscher weiterentwickelt.
6. Was sollte man über die Prager Burg wissen?
Die Prager Burg ist ein ikonisches Wahrzeichen mit einer reichen Geschichte. Bevor Sie sie besuchen, sollten Sie sich unbedingt mit der faszinierenden Geschichte der Prager Burg vertraut machen.
Titelbild: Rabbit75_cav